Medizinisches Wörterbuch

Adrenalin, auch Epinephrin: ein in den Nebennieren gebildetes und ins Blut ausgeschüttetes Stresshormon; dient dazu, den Körper in Notsituationen auf die Flucht oder den Kampf vorzubereiten, und unterstützt bei Verletzungen lebenswichtige Organe und Funktionen wie z.B. Herz und Kreislauf; in der Notfallmedizin wird Adrenalin bei Herzstillstand als Medikament zur Herz-Lungen-Wiederbelebung eingesetzt.

 

AKE: siehe Außerkörperliche Erfahrung.

 

Anamnese: Vorgeschichte einer Erkrankung nach den Angaben des Patienten; schließt frühere und in der Familie vorkommende Erkrankungen ein; wird zu Beginn einer Behandlung vom Arzt erfragt.

 

Asystolie: fehlende elektrische und mechanische Herzaktivität (bzw. Herzstillstand) mit Kreislaufstillstand, der unbehandelt innerhalb weniger Minuten zum Tod führt; die Asystolie erkennt man an einer Nulllinie (engl. flatline) im EKG; Therapie: sofortige Reanimation und Gabe von Medikamenten.

 

Außerkörperliche Erfahrungen, Abk. AKE: Erlebnisse, bei denen sich Betroffene nach eigenen Angaben außerhalb des eigenen Körpers befinden und sich selbst betrachten oder vom Körper entfernen können, ohne dabei ihre geistige Verbindung zum Körper zu verlieren.

 

Concor: Medikament, das bei Bluthochdruck, Herzschmerzen aufgrund von Durchblutungsstörungen in den Herzkranzgefäßen und chronischer Herzschwäche verabreicht wird. Wirkstoff: Bisoprolol.

 

Defibrillation: elektrische Stimulation des Herzens von außen, um es bei Kreislaufstillstand durch Kammerflimmern wieder in den richtigen Rhythmus zu versetzen; Durchführung: Platzierung von zwei Elektroden auf dem Brustkorb; sogenannter Elektroschock ohne Berührung des Patienten; siehe auch Defibrillator und EKG.

 

Defibrillator: elektrisches Gerät (meist mit EKG-Monitor zur EKG-Analyse), das Herzrhythmusstörungen durch gezielte Stromstöße bzw. Elektroschocks beenden kann; siehe auch Defibrillation und EKG.

 

EKG: siehe Elektrokardiogramm.

 

Elektrokardiogramm, Abk. EKG: Aufzeichnung des Verlaufs der elektrischen Herzströme; diese bilden die Erregung der Herzmuskulatur während des Herzschlages ab; Elektrokardiogramm heißt auf Deutsch Herzspannungskurve, gelegentlich wird es auch Herzschrift genannt.

 

Epilepsie: im Deutschen Fallsucht oder auch Krampfleiden genannt; Bezeichnung für eine Gruppe erblicher, traumatisch bedingter oder auf organischen Schädigungen beruhender Erkrankungen; charakteristische Anzeichen sind Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit, Schaum vor dem Mund und Zungenbiss.

 

Epinephrin: siehe Adrenalin.

 

Gliom: Sammelbegriff für einige zum Teil bösartige Tumore des zentralen Nervensystems; sie treten meist im Gehirn auf, sind aber auch im Bereich des Rückenmarks und der Hirnnerven zu finden.

 

Halluzination: Sinnestäuschung mit Sinneswahrnehmung ohne echten äußeren Sinnesreiz, bei der die Betroffenen von der Realität des Wahrgenommenen überzeugt sind; Vorkommen: z. B. bei Schizophrenie und Psychosen, aber auch bei Migräne, Epilepsie oder als unerwünschte Nebenwirkung von Arzneimitteln.

 

Herzinsuffizienz: Herz(muskel)schwäche; unzureichende Funktionsleistung des Herzens bzw. Herzmuskels als Begleiterscheinung oder Folge verschiedener Herzkrankheiten.

 

Herzkatheterlabor: speziell eingerichteter Behandlungsraum, in dem medizinische Untersuchungen und Therapien des Herzens u. a. mithilfe des Röntgenverfahrens durchgeführt werden können.

 

Herzschwäche: siehe Herzinsuffizienz.

 

Hypersensibilität: siehe Sensibilitätsstörungen.

 

Hypothalamus: Abschnitt des Zwischenhirns; Funktion: höchste Schaltzentrale des vegetativen (also unbewusst gesteuerten) Nervensystems: reguliert Körpertemperatur, Schlaf-Wach-Rhythmus, Blutdruck und Atmung.

 

Idiopathische Insomnie, siehe auch Insomnie: Schlafstörung, die bis in die Kindheit zurückreicht; Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt; Folgen: Konzentrationsschwäche, chronische Müdigkeit sowie eingeschränkte Leistungsfähigkeit.

 

Insomnie, auch Schlaflosigkeit: Form der Schlafstörung mit mindestens einen Monat lang anhaltenden Einschlaf- oder Durchschlafstörungen, ungenügender Schlafdauer oder Erholung und hohem Leidensdruck; siehe auch Idiopathische Insomnie.

 

Lasix: Arzneimittel, das Flüssigkeitsansammlungen u. a. infolge von Erkrankungen des Herzens aus den Geweben ausschwemmt, indem vermehrt Wasser über die Nieren als Harn ausgeschieden wird. Wirkstoff: Furosemid.

 

Magnetresonanztomographie, Abk. MRT: ein Bildverfahren, das bei medizinischen Untersuchungen eingesetzt wird, um Anatomie und Funktion der Organe im Körper (z.B. des Herzens) darzustellen; bei einem Kardio-MRT (einem MRT des Herzens) können Ärzte z.B. sehen, ob ein Gefäß am Herzen verändert ist und ob der Herzmuskel richtig mit Blut versorgt wird; siehe auch Radiologie.

 

MRT: siehe Magnetresonanztomographie.

 

Myokarditis: Sammelbezeichnung für Herzmuskelentzündungen mit unterschiedlichen Ursachen; kann Auslöser für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen sein und zum plötzlichen Herztod führen; weitere Symptome sind Unruhe, Brustenge, Blässe, zu niedriger Blutdruck, Herzstolpern und Herzinsuffizienz.

 

Nahtoderfahrungen, Abk. NTE: Erlebnisse am Rande des Todes; vielen Nahtoderfahrungen sind Empfindungen gemeinsam wie das Verlassen des eigenen Körpers, Begegnung mit Toten oder übernatürlichen Wesen, Rückschau in das eigene Leben oder der Blick in einen „Tunnel“.

 

Noradrenalin: wird wie Adrenalin als Hormon in den Nebennieren produziert und ins Blut abgegeben; regt das Herz-Kreislauf-System an; eine zu hohe Konzentration im Blut findet sich beim Krankheitsbild der Herzinsuffizienz.

 

NTE: siehe Nahtoderfahrungen.

 

Okzipitallappen: ein im Hinterkopf liegender Hirnlappen, der u. a. das Sehzentrum enthält.

 

Paranoide Schizophrenie: häufigste Form der Schizophrenie; wesentliche Merkmale sind u. a. Wahnvorstellungen und Stimmenhören; durch abreißende oder sich einschiebende Gedanken kann die Sprache des Betroffenen unverständlich werden; die Symptome lassen sich weder auf einen Intelligenzdefekt noch auf eine organische Gehirnerkrankung zurückführen.

 

Radiologie: Teilgebiet der Medizin, das bildgebende Verfahren für diagnostische, therapeutische und wissenschaftliche Zwecken verwendet, z.B. Röntgenstrahlung oder MRT.

 

Reanimation: Wiederbelebung bei Atem- und Kreislaufstillstand durch Herzdruckmassage, Beatmung, ggf. Defibrillation und weitere Maßnahmen zur Unterstützung des Kreislaufsystems.

 

Sensibilitätsstörungen, auch Hypersensibilität: ein Phänomen, bei dem Betroffene stärker als der Durchschnitt auf Sinnesreize reagieren und diese viel eingehender wahrnehmen und verarbeiten; bis heute existiert keine eindeutige und anerkannte Definition des Phänomens.

 

Truncus cerebri: bedeutet auf Deutsch Hirnstamm und bezeichnet einen Teil des Gehirns, der sich teilweise im Rückenmarkskanal außerhalb des Schädels befindet; Strukturen im Hirnstamm steuern lebenswichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag und Schlaf-Wach-Rhythmus.